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Panikattacke: Symptome, Ursachen und Unterstützungswege

Dr. Doğan CüceDr. Doğan Cüce12. Mai 2026
Panikattacke: Symptome, Ursachen und Unterstützungswege

Was ist eine Panikattacke?

Eine Panikattacke ist ein Zustand, der sich durch plötzlich einsetzende, intensive Angst, Besorgnis und körperliche Symptome äußert und das tägliche Leben der betroffenen Person negativ beeinflussen kann. Während einer Attacke fühlen sich die Betroffenen oft so, als hätten sie einen Herzinfarkt, geraten in Panik aus Angst vor dem Tod oder dem Verlust der Kontrolle. Obwohl viele Menschen in ihrem Leben ein- oder mehrmals eine Panikattacke erleben, spricht man erst dann von einer "Panikstörung", wenn diese Attacken regelmäßig auftreten und eine deutliche Angst beim Betroffenen hervorrufen.

Was bedeutet Panikattacke?

Panikstörung und Panikattacke gehören zu den häufigsten Störungen in der Psychiatrie. Die Panikstörung ist durch wiederkehrende, zu unerwarteten Zeiten auftretende und nicht vorhersehbare Panikattacken gekennzeichnet. Nach diagnostischen Kriterien (DSM-5) wird eine Panikattacke als eine Welle intensiver Angst und Unruhe beschrieben, die innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt erreicht.

Bei Panikattacken treten häufig die folgenden körperlichen und emotionalen Symptome gemeinsam auf:

  • Herzklopfen oder beschleunigter Herzschlag

  • Atembeschwerden, Kurzatmigkeit, schnelle Atmung

  • Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust

  • Schwitzen, Zittern, Frieren oder Hitzewallungen

  • Schwindel, Benommenheit, Gefühl der Ohnmacht

  • Bauchschmerzen, Übelkeit

  • Taubheitsgefühl, Kribbeln

  • Gefühl der Entfremdung von der Umgebung oder sich selbst (Derealisation, Depersonalisation)

  • Angst vor dem Tod, Kontrollverlust oder das Gefühl, "verrückt zu werden"

Auch wenn Panikattacken das Leben nicht direkt bedrohen, können sie äußerst belastend und beängstigend sein und erhebliche negative Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. Wichtig ist, die Beschwerden zu erkennen und zu wissen, dass sie mit einem geeigneten Ansatz bewältigt werden können.

Warum treten Panikattacken auf?

Die Ursachen von Panikattacken sind nicht vollständig geklärt und entstehen meist durch das Zusammenwirken vieler genetischer, biologischer, psychologischer und umweltbedingter Faktoren. Genetische Veranlagung, familiäre Vorgeschichte, starker Stress, Traumata oder Angststörungen können das Risiko für die Entwicklung von Panikattacken erhöhen. Auch Ungleichgewichte von Gehirnchemikalien wie Serotonin und Noradrenalin können eine Rolle spielen. Bei manchen Menschen können Panikattacken auch ohne erkennbare Auslöser auftreten.

Mit welchen Symptomen äußert sich eine Panikattacke?

Panikattacken stehen meist im Zusammenhang mit einer übermäßigen Aktivierung der "Kampf-oder-Flucht"-Reaktion im Körper. Die Attacke beginnt in der Regel ohne äußeren Auslöser, verschärft sich meist innerhalb von etwa 10 Minuten und klingt dann allmählich ab.

Zu den am häufigsten berichteten Symptomen gehören:

  • Brustschmerzen und Druckgefühl

  • Schluckbeschwerden

  • Kurzatmigkeit/schnelle Atmung

  • Herzklopfen

  • Gefühl der Ohnmacht

  • Hitzewallungen/Frieren/Zittern

  • Schwitzen

  • Übelkeit, Bauchschmerzen

  • Taubheitsgefühl, Kribbeln

  • Angst vor dem Tod, Gefühle der Entfremdung von der Realität

Panikstörung beginnt meist im jungen Erwachsenenalter und tritt bei Frauen etwas häufiger auf als bei Männern. Die Attacken können bei verschiedenen Personen unterschiedlich verlaufen und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei manchen Betroffenen besteht nach einer Attacke eine starke Angst vor einer weiteren Attacke; dies kann ein Hinweis auf die Entwicklung einer Panikstörung sein.

Wie äußert sich eine Panikattacke bei Kindern?

Panikattacken bei Kindern können mit ähnlichen körperlichen Symptomen wie bei Erwachsenen einhergehen; jedoch fällt es Kindern oft schwer, ihre Beschwerden auszudrücken. Genetische Veranlagung, belastende Lebensereignisse, übermäßige Angstzustände und funktionelle Veränderungen in bestimmten Hirnregionen können bei Kindern zur Entwicklung von Panikattacken beitragen. Häufig entwickeln Kinder nach negativen Erfahrungen eine Angst vor weiteren Attacken.

Was sind nächtliche Panikattacken?

Panikattacken können nicht nur tagsüber, sondern auch in den Tiefschlafphasen der Nacht auftreten. Bei nächtlichen Panikattacken können plötzliches Erwachen mit Angstgefühl, starke Besorgnis, Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Atemnot und Magenbeschwerden auftreten. Diese Attacken können den Schlafrhythmus stören und die Lebensqualität negativ beeinflussen.

Wie entsteht eine Panikattacke?

Panikattacken sind nicht direkt lebensbedrohlich; die Symptome können jedoch ernsthaften Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Atemwegserkrankungen ähneln. Daher wird insbesondere bei der ersten Attacke empfohlen, eine medizinische Einrichtung aufzusuchen, um sicherzustellen, dass keine zugrunde liegende körperliche Erkrankung vorliegt.

Es gibt Hypothesen, dass ein Ungleichgewicht von Gehirnchemikalien wie "GABA", Serotonin und Cortisol an der Entstehung beteiligt ist. Es werden verschiedene Studien durchgeführt, um die Mechanismen, die zu den Attacken beitragen, besser zu verstehen.

Welche Risikofaktoren gibt es für Panikattacken?

Panikattacken können bei jedem Menschen in jeder Lebensphase auftreten. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Genetische Veranlagung und familiäre Vorgeschichte

  • Weibliches Geschlecht

  • Frühes Erwachsenenalter (insbesondere um das 25. Lebensjahr)

  • Belastende Lebensereignisse (Trauer, Scheidung, Missbrauch in der Kindheit)

  • Chemische Substanzen (bestimmte Medikamente, Koffein, Alkohol, Substanzkonsum)

  • Psychische Struktur (schüchtern, histrionisch, zwanghaft oder Borderline-Merkmale)

  • Umweltbedingte Auslöser und Persönlichkeitsfaktoren

Wie beeinflusst eine Panikattacke das Leben?

Unbehandelte Panikattacken können im Laufe der Zeit zu erheblichen Problemen in der Lebensqualität und Funktionsfähigkeit des Einzelnen führen. Vermeidung sozialer Situationen, ständige Suche nach medizinischer Unterstützung, Leistungsabfall in Beruf und Schule, Depression, andere Angststörungen und eine Neigung zum Substanzkonsum können die Folge sein. Bei manchen Menschen kann sich zudem eine Agoraphobie entwickeln, die mit der Vermeidung von Menschenmengen oder geschlossenen Räumen einhergeht.

Wie lange dauert eine Panikattacke?

Jede Panikattacke kann unterschiedlich lange dauern. Meistens verläuft sie 10–30 Minuten lang sehr intensiv, selten kann sie bis zu einer Stunde andauern. Häufigkeit und Dauer der Attacken variieren von Person zu Person; es kann seltene Attacken geben, aber auch häufige und wiederkehrende.

Wie wird die Diagnose einer Panikattacke gestellt?

Da Panikattacken ähnlich wie Symptome verschiedener medizinischer Probleme auftreten können, ist eine umfassende ärztliche Untersuchung erforderlich. Mit Elektrokardiographie (EKG), Schilddrüsenfunktionstests, großem Blutbild und Lungenfunktionstests werden organische Ursachen ausgeschlossen. Anschließend wird die psychosoziale Vorgeschichte der Person bewertet und es werden Diagnosekriterien wie das DSM-5 verwendet. Nicht bei jeder Person mit einer Panikattacke wird eine Panikstörung diagnostiziert, aber bei wiederkehrenden, unerklärlichen Attacken und anhaltender Angst wird eine Panikstörung vermutet.

Die Attacken dürfen nicht durch Substanz- oder Medikamentenkonsum, organische Erkrankungen oder andere psychiatrische Störungen erklärt werden. Die Diagnose wird meist durch die Beurteilung eines Facharztes für psychische Gesundheit gestellt.

Was sollte man während einer Panikattacke tun?

Während einer Attacke kann es hilfreich sein, sich zunächst auf die Beruhigung zu konzentrieren. Tiefes und langsames Atmen, das Ausprobieren von Techniken wie der "4-7-8-Atemübung", das Aufsuchen eines sicheren Ortes oder das Bitten um Unterstützung durch eine nahestehende Person können hilfreich sein. Es ist wichtig, sich während der Attacke besonders auf die Atmung zu konzentrieren und negative Gedanken neu zu bewerten. Bei häufig wiederkehrenden Attacken wird auf jeden Fall professionelle Hilfe empfohlen.

Bewältigungsstrategien bei Panikattacken

Zur Bewältigung von Panikattacken können folgende Strategien unterstützend wirken:

  • Tiefes und langsames Atmen

  • Beruhigende Selbstgespräche verwenden (z. B. "Das ist nur vorübergehend")

  • Lärmende oder überfüllte Orte verlassen und sich an einen ruhigen Ort begeben

  • Unterstützung von einem engen Freund oder Familienmitglied einholen

  • Regelmäßige Bewegung, Meditation und Entspannungstechniken anwenden

  • Bei Bedarf professionelle Unterstützung durch einen Therapeuten oder Psychiater in Anspruch nehmen

Was hilft bei einer Panikattacke?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich zu beruhigen: Tiefe Atemübungen, Entspannungstechniken, Yoga, Aromatherapie oder das Ausprobieren beruhigender Kräutertees können manchen Menschen helfen. Langfristig ist jedoch der effektivste Weg, gemeinsam mit einem Fachmann geeignete psychotherapeutische Methoden zu erlernen und bei Bedarf medizinische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Moderne Ansätze in der Behandlung von Panikattacken

Die Behandlung von Panikattacken erfolgt meist durch Psychotherapie und/oder Medikamente. Der wirksamste Nachweis im Bereich der Psychotherapie gehört der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Die KVT hilft der betroffenen Person, die zugrunde liegenden Mechanismen der während Panikattacken erlebten Gefühle und Gedanken zu verstehen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Bei der medikamentösen Behandlung können Antidepressiva und manchmal kurzfristig Anxiolytika eingesetzt werden. Ihr Arzt wird Ihren Behandlungsplan entsprechend den auftretenden Beschwerden anpassen. Die Wirksamkeit der Medikamente kann erst nach einigen Wochen spürbar werden und während der Behandlung ist eine regelmäßige Nachkontrolle erforderlich.

Nutzen von Atem- und Entspannungsübungen

Da die Atmung während einer Panikattacke flach und schnell werden kann, kann der Körper durch Atemübungen entspannt werden. Eine Übung, bei der man 4 Sekunden tief einatmet, den Atem 1 Sekunde anhält und in 4 Sekunden langsam ausatmet, kann hilfreich sein. Ebenso kann die Anwendung von progressiven Muskelentspannungstechniken zur Bewältigung der Attackensymptome beitragen.

Die Rolle von Hypnose und Bewegung

Neben verschiedenen psychotherapeutischen Techniken kann Hypnotherapie bei einigen Personen unterstützend wirken. Außerdem kann regelmäßige körperliche Aktivität (wie zügiges Gehen, Schwimmen) bestimmte chemische Gleichgewichte im Gehirn positiv beeinflussen und die Stimmung stabilisieren.

Unterstützung für Angehörige von Menschen mit Panikattacken

Während einer Panikattacke ist es wichtig, ruhig zu bleiben, nicht zu urteilen und eine sanfte, unterstützende Sprache zu verwenden. Konzentrieren Sie sich darauf, der betroffenen Person nach dem Vorfall ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Falls nötig, können Sie gemeinsam Atemübungen oder andere zuvor angewandte unterstützende Methoden durchführen.

Häufig gestellte Fragen

1. Sind Panikattacke und Panikstörung dasselbe?

Nein. Eine Panikattacke ist ein Zustand, der plötzlich mit Angst und körperlichen Symptomen beginnt; eine Panikstörung liegt vor, wenn Panikattacken häufig, wiederholt und in einem Ausmaß auftreten, das das Leben der betroffenen Person negativ beeinflusst.

2. Kann eine Panikattacke mit einem Herzinfarkt verwechselt werden?

Ja. Es können ähnliche Symptome wie Brustschmerzen, Herzklopfen und Atemnot auftreten. Während eine Panikattacke vorübergehend und rein psychisch bedingt ist, ist ein Herzinfarkt ein medizinischer Notfall. Wenn Ihre Symptome zum ersten Mal auftreten oder sehr stark sind, konsultieren Sie unbedingt einen Arzt.

3. Geht eine Panikattacke von selbst vorbei?

Die meisten Panikattacken verlieren mit der Zeit an Intensität und enden innerhalb kurzer Zeit von selbst. Wenn sie jedoch wiederkehren oder Ihre Lebensqualität beeinträchtigen, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

4. Was kann Panikattacken auslösen?

Oft können starker Stress, traumatische Ereignisse, Schlafmangel, übermäßiger Koffein- oder Alkoholkonsum auslösend wirken. Manchmal können Attacken auch ohne ersichtlichen Grund auftreten.

5. Wie wird eine tiefe Atemübung durchgeführt?

Nehmen Sie in einer bequemen Position 4 Sekunden lang tief durch die Nase ein, halten Sie den Atem 1 Sekunde an und atmen Sie dann 4 Sekunden lang langsam durch den Mund aus. Mehrmaliges Wiederholen dieses Zyklus kann entspannend wirken.

6. Ist es möglich, Panikattacken vollständig zu überwinden?

Mit geeigneten Therapien und/oder medikamentöser Behandlung können Häufigkeit und Schwere der Panikattacken deutlich reduziert werden. Es ist wichtig, der Behandlung treu zu bleiben und Stressbewältigung zu erlernen.

7. Gibt es Panikattacken auch bei Kindern?

Ja. Wie bei Erwachsenen können auch Kinder Panikattacken erleben. Kinder äußern ihre Ängste oft durch körperliche Symptome wie Bauchschmerzen oder Schwindel.

8. Wann sollte ich bei einer Panikattacke ins Krankenhaus gehen?

Wenn Sie zum ersten Mal solche ausgeprägten und schweren Symptome erleben oder sich wie jemand mit einem ernsthaften medizinischen Problem fühlen, suchen Sie unbedingt eine medizinische Einrichtung auf.

9. Sind Kräutertees und Aromatherapie bei Panikattacken hilfreich?

Kräutertees (z. B. Kamille) oder Aromatherapie können für manche Menschen entspannend wirken; sie sollten jedoch nicht den ärztlichen Rat ersetzen.

10. Ist eine medikamentöse Behandlung zwingend erforderlich?

Nicht für alle, aber bei häufigen und schweren Panikattacken kann eine medikamentöse Behandlung hilfreich sein. Die geeignete Therapieentscheidung sollte gemeinsam mit einem Facharzt für psychische Gesundheit getroffen werden.

11. Welche Psychotherapien sind neben der KVT wirksam?

Gesprächstherapien, Entspannungstechniken und bei einigen Personen auch Hypnotherapie können zusätzlichen Nutzen bringen.

12. Kann Bewegung Panikattacken vorbeugen?

Regelmäßige körperliche Aktivität trägt zur Reduktion von Stress und zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens bei; dies kann das Risiko von Panikattacken verringern.

13. Wie kann ich jemandem mit einer Panikattacke helfen?

Bleiben Sie ruhig, unterstützen Sie die Person, erinnern Sie daran, dass der Zustand vorübergehend ist. Bieten Sie unterstützende Übungen an und bleiben Sie bis zum Ende des Prozesses bei der betroffenen Person.

Quellen

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Mental Health Topics

  • Amerikanische Psychiatrische Vereinigung (APA) – Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5)

  • National Institute of Mental Health (NIMH) – Panic Disorder Information

  • Anxiety and Depression Association of America (ADAA) – Panic Attacks Resource

  • Mayo Clinic – Panic Attacks and Panic Disorder

  • The Lancet Psychiatry; Generalized anxiety disorder and panic disorder: recent advances in diagnosis and management

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