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Durchfall: Ursachen, Symptome und sichere Ansätze

Dr. HippocratesDr. Hippocrates11. Mai 2026
Durchfall: Ursachen, Symptome und sichere Ansätze

Was ist Durchfall und wie entsteht er?

Durchfall ist ein häufiges Problem des Verdauungssystems, das durch häufigeren, lockeren und wässrigen Stuhlgang als normal definiert wird. Er tritt meist aufgrund von Infektionserregern, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder bestimmten Erkrankungen des Verdauungstrakts auf. Da er im Körper schnell zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führen kann, sollte er insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen und immungeschwächten Personen sorgfältig behandelt werden.

Durchfall bei Kindern ist ein häufiges Problem, kann jedoch manchmal zu einem schweren Flüssigkeitsverlust (Dehydratation) führen. Besonders bei Neugeborenen können nach Beginn des Durchfalls innerhalb kurzer Zeit Anzeichen einer Dehydratation auftreten; daher ist eine engmaschige Überwachung sehr wichtig. Eine verminderte Urinmenge, trockener Mund, Weinen ohne Tränen, eingesunkene Augen und Unruhe bei Säuglingen und Kleinkindern können wichtige Anzeichen für einen Flüssigkeitsverlust sein.

Wie erkennt man schweren und gefährlichen Durchfall?

Einige Durchfallarten führen im Körper rasch zu schwerem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust und können lebensbedrohlich sein. In diesem Fall, der meist durch bakterielle Toxine wie Cholera (Vibrio cholerae), Clostridium difficile oder bestimmte virale und parasitäre Infektionen verursacht wird, können die Därme die Flüssigkeit nicht mehr rückresorbieren und der Körper verliert schnell Wasser. Es können schwere Symptome wie starker Durst, niedriger Blutdruck, Schwäche, Muskelkrämpfe, Bewusstseinstrübung und sogar Schock auftreten. In solchen Fällen sollte man nicht versuchen, zu Hause einzugreifen, sondern dringend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen – dies kann insbesondere für Kinder, ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen lebensrettend sein.

Was sind die Warnzeichen für gefährlichen Durchfall?

Die folgenden Symptome können darauf hinweisen, dass der Durchfall von einer gewöhnlichen zu einer ernsteren Form übergeht:

  • Blähungen, Schmerzen und Krämpfe im Bauch

  • Unfähigkeit, die Darmbewegungen zu kontrollieren

  • Hohes Fieber

  • Blut oder Schleim im Stuhl

  • Plötzlicher und deutlicher Gewichtsverlust

  • Erbrechen oder Übelkeit

  • Ausgeprägter Durst, Mundtrockenheit, verminderte Urinmenge und dunkel gefärbter Urin

  • Reizbarkeit, Schwindel, niedriger Blutdruck und Bewusstseinsveränderungen

Unruhe, eingesunkene Fontanelle, trockener Mund und weniger nasse Windeln als üblich bei Säuglingen können Anzeichen für einen Flüssigkeitsverlust sein. Da insbesondere Säuglinge und Kleinkinder ihre Beschwerden nicht äußern können, ist eine sorgfältige Beobachtung durch die betreuenden Erwachsenen sehr wichtig.

Arten von Durchfall

Durchfall wird in der Regel wie folgt klassifiziert:

Akuter Durchfall: Plötzlich auftretender und meist infektionsbedingter Durchfall, der in der Regel weniger als eine Woche dauert.

Chronischer Durchfall: Länger als vier Wochen andauernder Durchfall, der meist mit chronischen Ursachen wie Reizdarmsyndrom, Zöliakie oder entzündlichen Darmerkrankungen zusammenhängt.

Sekretorischer Durchfall: Entsteht durch eine übermäßige Flüssigkeitssekretion der Darmwand; bakterielle Toxine wie bei Cholera können die Ursache sein.

Osmotischer Durchfall: Entsteht, wenn im Darm verbleibende Stoffe Wasser anziehen, zum Beispiel bei Laktoseintoleranz.

Fettiger (steatorrhoeischer) Durchfall: Bei Fettresorptionsstörungen ist der Stuhl fettig, glänzend und übelriechend.

Was sind die Ursachen von Durchfall?

Weltweit sind virale und bakterielle Infektionen die häufigsten Ursachen für Durchfall bei Kindern und Erwachsenen. Darüber hinaus:

  • Parasitäre Infektionen

  • Unbekannte Herkunft, unzureichend gegarte oder unhygienische Lebensmittel und Trinkwasser

  • Veränderungen der Darmflora durch bestimmte Medikamente, insbesondere Antibiotika

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktose- oder Glutenunverträglichkeit)

  • Chronische Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)

  • Auch Stress und psychische Faktoren können die Darmbewegungen beeinflussen.

Welche Risiken birgt unbehandelter Durchfall?

Wenn bei Ihrem Kind Fieber, Erbrechen und Durchfall auftreten und keine rechtzeitige Diagnose und Behandlung erfolgen, können verschiedene Risiken entstehen:

  • Schwäche, Appetitlosigkeit, deutliche Einschränkung der Lebensqualität

  • Mundtrockenheit, verminderte Urinausscheidung

  • Bewusstseinsverlust, in schweren Fällen Koma und Tod

Die Schwere der Dehydratation kann bei kleinen Kindern viel schneller zunehmen als bei Erwachsenen. Daher sollte sie nicht vernachlässigt werden.

Management von Durchfall bei Kindern und Säuglingen

Durchfall bei Kindern ist meist viral bedingt und erfordert in der Regel keine Antibiotika. Das gleichzeitige Auftreten von Durchfall und Erbrechen erhöht das Risiko eines Flüssigkeitsverlusts. Wenn häufiges Erbrechen, Unfähigkeit zur Nahrungsaufnahme oder Flüssigkeitsaufnahme beobachtet wird, sollte unbedingt ein Facharzt konsultiert werden.

Wie kann die Flüssigkeitszufuhr zu Hause sichergestellt werden?

Bei leichtem und mittelschwerem Durchfall zu Hause besteht das Hauptziel darin, die verlorenen Flüssigkeiten und Mineralstoffe zu ersetzen. In Apotheken erhältliche, mit Wasser zubereitete orale Rehydratationslösungen können hierfür sicher verwendet werden. Je nach Alter des Kindes wird Folgendes empfohlen:

  • Unter 2 Jahren: Nach jedem wässrigen Stuhl ein Teeglas

  • Ab 2 Jahren: Ein halbes oder ganzes Wasserglas

  • Größere Kinder: So viel, wie sie trinken können

Bei vermehrtem Erbrechen wird empfohlen, kleine Mengen, aber in kurzen Abständen Flüssigkeit zu verabreichen.

Wie sollte die Ernährung gestaltet werden?

Die Ernährung sollte während der Durchfallphase nicht vollständig eingestellt werden; bevorzugt werden sollten leicht verdauliche Lebensmittel wie Banane, Joghurt, Reisbrei, gekochte Kartoffeln, Huhn, fettarme Gemüsesuppen, Ayran und Brot. Zuckerhaltige, frittierte, scharfe oder saure Speisen sollten vermieden werden, da sie den Durchfall verschlimmern können.

Unterstützung der Darmflora

Einige Ärzte können probiotische Präparate oder zinkhaltige Produkte zur Unterstützung der Darmflora empfehlen. Die Anwendung dieser Produkte sollte stets auf Empfehlung eines Gesundheitsfachmanns erfolgen.

Pflege bei Durchfall bei Säuglingen

Der wichtigste Punkt bei der Behandlung von Durchfall bei Säuglingen ist der angemessene Ersatz der verlorenen Flüssigkeit und Mineralstoffe. Bei gestillten Säuglingen sollte das Stillen in kurzen Abständen fortgesetzt werden. Vom Arzt empfohlene orale Rehydratationslösungen können verwendet werden. Wenn das Alter des Babys es zulässt, können Reisbrei, gekochte Kartoffeln, Bananenpüree oder Joghurt hinzugefügt werden. Bei länger als drei Tage anhaltendem Durchfall, Fieber oder blutigem Stuhl sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

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Risikofaktoren bei Durchfallerkrankungen

Die folgenden Faktoren erhöhen das Risiko für die Entwicklung von Durchfall:

  • Kein Stillen (insbesondere in den ersten 4 Monaten)

  • Unhygienische Flaschen und Schnuller

  • Ungeeignete Bedingungen bei der Zubereitung/Lagerung von Lebensmitteln und Wasser

  • Unzureichende Umwelt- und persönliche Hygiene

  • Schwäche des Immunsystems oder chronische Erkrankungen

Übertragungswege und Prävention von Durchfall

Infektionen werden meist fäkal-oral, außerdem durch unsicheres Wasser und unzureichend gegarte Lebensmittel übertragen. Das erneute Kühlen von erhitzten Speisen, das Meiden von überfüllten und hygienisch fragwürdigen Schwimmbädern sowie der Verzicht auf nicht pasteurisierte Milch und Milchprodukte sind wichtige Schutzmaßnahmen. Bei der Zubereitung und beim Servieren von Speisen sollten Hygieneregeln eingehalten, Lebensmittel ausreichend gegart und frisch verzehrt werden.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

In den folgenden Fällen sollte rasch medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden:

  • Häufiger und reichlicher wässriger Stuhlgang

  • Unfähigkeit, Wasser zu trinken oder ausgeprägte Schwäche

  • Fieber über 38°C

  • Wiederholtes oder zunehmendes Erbrechen

  • Blut im Stuhl

  • Verminderte Urinausscheidung, Weinen ohne Tränen, trockene und faltige Haut

Bei älteren Menschen, Säuglingen und Personen mit Grunderkrankungen sollte besonders vorsichtig vorgegangen werden.

Welche Methoden werden zur Diagnose verwendet?

Bei der Diagnose werden die Dauer der Beschwerden, Reiseanamnese, kürzlich eingenommene Medikamente und Ernährungsgewohnheiten bewertet. Je nach Durchfalltyp können Stuhluntersuchungen, Labortests und gegebenenfalls bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Bei chronischem Durchfall können weiterführende Untersuchungen zur Abklärung der zugrunde liegenden Ursachen erforderlich sein.

Therapieansätze

Ziel bei akut einsetzendem Durchfall ist es, die verlorenen Flüssigkeiten und Mineralstoffe zu ersetzen und den Allgemeinzustand der Person zu erhalten. Eine Antibiotikatherapie ist nur auf ärztliche Empfehlung und bei bestimmten Krankheitserregern erforderlich. Die Ernährung sollte fortgeführt und Anzeichen von Flüssigkeitsverlust engmaschig überwacht werden. In schweren Fällen kann eine Flüssigkeitstherapie intravenös durchgeführt werden. Wird eine chronische Erkrankung festgestellt, richtet sich die Behandlung nach der zugrunde liegenden Ursache.

Methoden zum Schutz vor Durchfall

  • Entwicklung von Hygiene- und Händereinigungsgewohnheiten

  • Konsum von sicherem, sauberem Wasser und gut gekochten Lebensmitteln

  • Bevorzugung pasteurisierter Milch und Milchprodukte

  • Besondere Vorsicht bei im Freien verzehrten Lebensmitteln, insbesondere in den Sommermonaten

Häufig gestellte Fragen

1. Was ist Durchfall und wann wird er gefährlich?

Durchfall ist das Auftreten von wässrigem, lockerem und häufigem Stuhlgang. Bei hohem Fieber, starkem Durst, blutigem Stuhl oder schnellem Gewichtsverlust oder wenn bei Kindern/Säuglingen zusammen mit Erbrechen keine Flüssigkeitsaufnahme möglich ist, ist eine sofortige medizinische Intervention erforderlich.

2. Was ist bei Durchfall bei Säuglingen zu tun?

Es ist wichtig, die verlorenen Flüssigkeiten und Mineralstoffe des Säuglings zu ersetzen, das Stillen zu intensivieren und auf ärztlichen Rat eine orale Rehydratationslösung zu verabreichen. Bei schweren Symptomen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

3. Was verursacht Durchfall bei Kindern?

Die häufigste Ursache bei Kindern sind Viren (z. B. Rotavirus, Norovirus). Auch verunreinigtes Wasser, unhygienische Lebensmittel, bestimmte Antibiotika und Nahrungsmittelunverträglichkeiten können Durchfall verursachen.

4. Wie kann man Durchfall vorbeugen?

Häufiges Händewaschen, der Konsum von sicherem Trinkwasser und gut gekochten Speisen sowie das Vermeiden nicht pasteurisierter Milchprodukte werden empfohlen.

5. Wie wird Durchfall zu Hause behandelt?

Bei leichtem und mittlerem Durchfall sollte zur Vermeidung von Flüssigkeitsverlust reichlich Flüssigkeit gegeben und leicht verdauliche Nahrung bevorzugt werden. Probiotika oder Zinkpräparate können auf ärztlichen Rat verwendet werden.

6. Was sind die Symptome einer Dehydratation?

Trockenheit im Mund und auf der Haut, wenig Urin, dunkler Urin, verminderter Tränenfluss, Schwäche und bei Kindern Unruhe/verändertes Bewusstsein sind die wichtigsten Anzeichen für Flüssigkeitsverlust.

7. Welche Lebensmittel sind bei Durchfall nützlich?

Bananen, Reis, gekochte Kartoffeln, Joghurt, Ayran und Brot sowie einfache Kohlenhydrate und Proteinquellen werden empfohlen. Es ist wichtig, die Flüssigkeitsaufnahme bei Kindern und Erwachsenen zu erhöhen.

8. Können Antibiotika Durchfall verursachen?

Ja, einige Antibiotika können die Darmflora stören und Durchfall verursachen. Antibiotika sollten nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden.

9. Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Bei schwerem Durchfall, Erbrechen, hohem Fieber, blutigem Stuhl, fehlender Flüssigkeitsaufnahme und Anzeichen von Dehydratation sollte unbedingt eine Gesundheitseinrichtung aufgesucht werden.

10. Was ist chronischer Durchfall und bei welchen Krankheiten tritt er auf?

Durchfall, der länger als vier Wochen anhält, gilt als "chronisch" und ist meist mit Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom, Zöliakie oder entzündlichen Darmerkrankungen verbunden.

11. Helfen Probiotika bei Durchfall?

Laut einigen Studien können Probiotika die Dauer des akuten Durchfalls verkürzen und die Darmflora unterstützen; die Anwendung sollte jedoch stets in Absprache mit einem Facharzt erfolgen.

12. Wie erkenne ich, ob Durchfall ansteckend ist?

Viele durch Infektionen verursachte Durchfälle (z. B. durch Rota- oder Noroviren) sind ansteckend. Händehygiene und das Nichtteilen persönlicher Gegenstände sind wichtig.

13. Welche Medikamente können Durchfall verursachen?

Am häufigsten Antibiotika, einige Magenmedikamente und Chemotherapeutika können Durchfall verursachen; konsultieren Sie immer Ihren Arzt, bevor Sie ein Medikament absetzen.

14. Wie viel Wasser sollte bei Flüssigkeitsverlust getrunken werden?

Der Verlust sollte mit Wasser und zubereiteten oralen Rehydratationslösungen ausgeglichen werden. Die stündliche oder stuhlbezogene Menge kann von Ihrem Kinderarzt angegeben werden.

15. Wann sollte die Ernährung bei Durchfall unterbrochen werden?

Im Allgemeinen wird eine Unterbrechung der Ernährung nicht empfohlen. Bei starkem Erbrechen und fehlender Flüssigkeitsaufnahme sollte der Ernährungsplan unbedingt unter ärztlicher Kontrolle angepasst werden.

Quellen

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Diarrhoeal Disease Fact Sheet

  • US-Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC): Diarrhea – Overview

  • Europäische Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (ESPGHAN) Leitlinien

  • The New England Journal of Medicine: Management of Acute Gastroenteritis in Children

  • American Academy of Pediatrics (AAP): Oral Rehydration Therapy in Infants and Children

Alle Informationen in diesem Artikel basieren auf aktuellen klinischen Leitlinien und zuverlässigen Quellen. Konsultieren Sie bei Diagnose- und Behandlungsprozessen unbedingt einen Gesundheitsfachmann.

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