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Was verursacht Durchfall, welche Maßnahmen sollten ergriffen werden und welche Vorsichtsmaßnahmen sind gegen gefährlichen Durchfall zu treffen?

AutorAutor10. Mai 2026
Was verursacht Durchfall, welche Maßnahmen sollten ergriffen werden und welche Vorsichtsmaßnahmen sind gegen gefährlichen Durchfall zu treffen?

Grundlegende Informationen über Durchfall

Durchfall (Diarrhö) wird definiert als mehr als drei wässrige Stuhlgänge innerhalb von 24 Stunden oder insbesondere bei Säuglingen als häufiger und wässriger Stuhlgang als gewöhnlich. Durchfall beginnt meist plötzlich und kann zu Flüssigkeitsverlust führen. Er tritt häufig infolge von Infektionen auf, kann aber auch ein Symptom verschiedener zugrunde liegender Erkrankungen sein. Durchfall ist weltweit insbesondere bei Kindern ein häufiges Problem und aufgrund des Risikos einer Dehydratation (schwerer Flüssigkeitsverlust) von Bedeutung.

Definition und Häufigkeit von Durchfall

Durchfall ist eine Störung des Verdauungssystems, die durch einen wässrigeren, weicheren und häufigeren Stuhlgang als normal gekennzeichnet ist. Die häufigste Ursache sind Infektionen, aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen des Verdauungstrakts können zu Durchfall führen. Da bei Durchfall das Flüssigkeits- und Mineralstoffgleichgewicht des Körpers gestört wird, ist insbesondere bei Kindern, älteren Menschen und immungeschwächten Personen Vorsicht geboten.

Was sind die Ursachen von Durchfall?

Zu den häufigsten Ursachen von Durchfall gehören:

  • Darminfektionen durch Bakterien, Viren oder Parasiten (z. B. Salmonellen, E. coli, Rotavirus, Norovirus)

  • Verzehr verdorbener oder unhygienischer Lebensmittel (Lebensmittelvergiftung)

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien (Laktose- oder Glutenunverträglichkeit)

  • Nebenwirkungen von Medikamenten (insbesondere Antibiotika)

  • Chronische Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Reizdarmsyndrom)

  • Psychologische Ursachen wie Stress oder Angst

Bei Säuglingen und Kindern können auch Zahnen, falsche Ernährung oder bestimmte Stoffwechselerkrankungen zu Durchfall führen.

Was ist gefährlicher (toxischer) Durchfall und wann sollte er ernst genommen werden?

Einige Arten von Durchfall können zu einem erheblichen Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten im Körper führen. Besonders durch bakterielle Toxine (z. B. Cholera, Clostridium difficile) verursachter Durchfall kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. In solchen Fällen können starker Durst, eingesunkene Augäpfel, verminderte Urinmenge, Bewusstseinsveränderungen, rascher Gewichtsverlust, blutiger oder schleimiger Stuhl, hohes Fieber und wiederholtes Erbrechen auftreten. Bei Auftreten dieser Symptome ist insbesondere bei Kindern, älteren Menschen und immungeschwächten Personen eine sofortige medizinische Abklärung erforderlich.

Welche verschiedenen Arten von Durchfall gibt es?

Durchfall wird in der Regel je nach Verlauf und zugrunde liegender Ursache in verschiedene Gruppen eingeteilt:

  • Akuter Durchfall: Die häufigste Form, meist infektionsbedingt und dauert weniger als 2 Wochen.

  • Chronischer Durchfall: Dauert länger als 4 Wochen und ist meist mit chronischen Erkrankungen oder Resorptionsstörungen verbunden.

  • Sekretorischer Durchfall: Entsteht durch übermäßige Flüssigkeitssekretion aus dem Darm (z. B. Cholera).

  • Osmotischer Durchfall: Entsteht, wenn im Darm verbleibende Substanzen Wasser anziehen (z. B. Laktoseintoleranz).

  • Fettiger (steatorrhoeischer) Durchfall: Tritt auf, wenn die Fettaufnahme gestört ist und der Stuhl fettig und voluminös wird.

Klinische Symptome und Warnzeichen für Flüssigkeitsverlust

Durchfall kann von Symptomen wie Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber begleitet sein. Das wichtigste Risiko ist jedoch die Dehydratation. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind verringerte Urinmenge, trockener Mund, Weinen ohne Tränen, eingesunkene Augäpfel und Fontanelle, Unruhe oder Schläfrigkeit Anzeichen für einen schweren Flüssigkeitsverlust. Bei Erwachsenen können Schwäche, Schwindel, trockener Mund, niedriger Blutdruck und dunkler Urin beobachtet werden. Wird die Dehydratation nicht behandelt, kann Lebensgefahr bestehen.

Wie wird die Diagnose Durchfall gestellt?

In der Diagnostik werden Häufigkeit, Konsistenz und Aussehen des Stuhls sowie begleitendes Fieber, Erbrechen oder Blut untersucht. Besonders bei akuten Fällen, die weniger als 2 Wochen dauern, sind weiterführende Untersuchungen meist nicht erforderlich. Dauert der Durchfall jedoch länger, ist der Stuhl blutig oder schleimig, wurde kürzlich ein Antibiotikum eingenommen oder ist das Immunsystem geschwächt, können Stuhluntersuchungen, Kulturen, einige Bluttests und manchmal auch endoskopische Untersuchungen erforderlich sein. Diese Tests helfen, bakterielle/parasitische Infektionen und chronische Grunderkrankungen zu unterscheiden.

Management und richtige Herangehensweise bei Durchfall

Der wichtigste erste Schritt ist der Ersatz der verlorenen Flüssigkeit und Elektrolyte. Bei leichten Fällen reichen Wasser, Suppe, Reiswasser, schwacher Tee oder orale Rehydratationslösungen aus. In schweren Fällen, insbesondere bei starkem Erbrechen oder erheblichem Flüssigkeitsverlust, kann eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr erforderlich sein.

Der Behandlungsplan variiert je nach Ursache des Durchfalls und Alter des Patienten:

  • Bei Säuglingen und Kleinkindern wird empfohlen, das Stillen möglichst fortzusetzen.

  • Bei Säuglingen und Kindern, die bereits mit der Ernährung begonnen haben, sollten Reisbrei, gekochte Kartoffeln, Joghurt, Apfelmus, Bananen und ballaststoffarme Lebensmittel bevorzugt werden.

  • Antibiotika werden nur mit ärztlicher Genehmigung und bei nachgewiesener bakterieller Infektion eingesetzt.

  • Probiotika können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen zur Unterstützung der Darmflora beitragen.

Worauf sollte geachtet werden, bevor der Durchfall abgeklungen ist?

Wenn Kinder oder Erwachsene Anzeichen wie übermäßigen Durst, häufiges Erbrechen, blutigen Stuhl, hohes Fieber, deutlich verminderte Urinmenge oder eingesunkene Augen zeigen, sollte unbedingt eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden. Die meisten Durchfälle klingen innerhalb weniger Tage ab, aber wenn die Symptome anhalten oder sich verschlimmern, ist eine medizinische Abklärung erforderlich.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Durchfall

Die Einhaltung von Hygieneregeln, gründliches Waschen von Lebensmitteln, Vermeidung von rohen oder unzureichend gegarten Speisen, die Wahl von sicherem Trinkwasser und regelmäßiges Händewaschen sind entscheidend für den Schutz vor Durchfall. Muttermilch ist in der Ernährung von Kleinkindern von großer Bedeutung. Weltweit haben Impfprogramme gegen Infektionen wie Rotavirus die Zahl schwerer Durchfallerkrankungen deutlich reduziert.

Lebensmittel, die bei Durchfall zu Hause helfen können

  • Leicht verdauliche und stopfende Lebensmittel wie Reis, gekochte Kartoffeln, Bananen, Kartoffelpüree und Apfelmus

  • Joghurt und Kefir mit probiotischem Gehalt

  • Fettarmes Weißbrot und Toast

  • Fettarme Proteinquellen wie gekochtes Huhn

  • Viel Flüssigkeit (Wasser, Ayran, schwacher Tee, orale Rehydratationsgetränke)

  • Lebensmittel mit niedrigem Ballaststoff- und Fettgehalt

Achtung: Milch und Milchprodukte können bei manchen Personen den Durchfall verstärken; auch koffeinhaltige, alkoholische und ballaststoffreiche Lebensmittel sollten gemieden werden.

Was kann für eine schnelle Linderung bei Durchfall getan werden?

Eine schnelle Lösung, um den Durchfall vollständig zu stoppen, ist nicht immer möglich, da es sich manchmal um einen Mechanismus des Körpers zur Bekämpfung der Infektion handelt. Es wird empfohlen, dass der Patient sich ausruht, viel Flüssigkeit zu sich nimmt, weiterhin leichte Kost isst und bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden einen Gesundheitsfachmann konsultiert. Durchfall hemmende Medikamente sind nicht immer geeignet; insbesondere bei infektiösem Durchfall kann unnötige Medikamenteneinnahme das Krankheitsbild verschlimmern.

Worauf bei Durchfallausbrüchen und besonderen Situationen zu achten ist

In Gemeinschaftseinrichtungen, in den Sommermonaten, an Urlaubsorten und in Umgebungen mit schwierigen Hygienebedingungen können Durchfallausbrüche häufiger auftreten. In Ausbruchsituationen sollten die persönlichen Hygieneregeln besonders sorgfältig beachtet und verdächtige Lebensmittel gemieden werden. Chronischer Durchfall kann auch durch Autoimmunerkrankungen oder Stoffwechselstörungen verursacht werden; in solchen Fällen sollte eine detaillierte medizinische Abklärung erfolgen und die Behandlung entsprechend dem Plan fortgesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sollte man bei Durchfall nicht essen?

Es wird empfohlen, rohe, fettige oder scharfe Speisen, Milch und Milchprodukte (bei manchen Personen), koffeinhaltige, alkoholische und kohlensäurehaltige Getränke zu meiden.

Ist Banane bei Durchfall nützlich?

Ja, Banane ist ein leicht verdauliches Lebensmittel, reich an Kalium und gehört zu den empfohlenen Lebensmitteln während einer Durchfallerkrankung.

Wie lange dauert Durchfall?

Die meisten akuten Durchfälle bessern sich innerhalb weniger Tage von selbst. Dauert der Durchfall jedoch länger als eine Woche oder treten weitere schwere Symptome auf, sollte ein Gesundheitsfachmann konsultiert werden.

Mein Kind hat Durchfall – wann sollte ich dringend einen Arzt aufsuchen?

Bei anhaltendem Erbrechen, blutigem Stuhl, hohem Fieber, schwerer Schwäche, verminderter Urinmenge oder Weinen ohne Tränen sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Können Antibiotika Durchfall verursachen?

Ja, die Einnahme von Antibiotika kann die Darmflora stören und zu Durchfall führen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren, wenn die Einnahme fortgesetzt werden soll.

Sind Probiotika bei Durchfall hilfreich?

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass bestimmte probiotische Stämme dazu beitragen können, die Dauer und Schwere des akuten Durchfalls zu verringern. Sie können diese nach Rücksprache mit Ihrem Arzt verwenden.

Was kann man bei Durchfall zu Hause bei Erwachsenen tun?

Es ist ratsam, viel Wasser zu trinken, sich mit weichen und leicht verdaulichen Lebensmitteln zu ernähren, sehr fettige und ballaststoffreiche Nahrungsmittel zu vermeiden und gegebenenfalls eine orale Rehydratationslösung zu verwenden.

Warum tritt blutiger Durchfall auf?

Blutiger Durchfall entwickelt sich meist aufgrund von Infektionen, entzündlichen Darmerkrankungen oder bestimmten Parasiten; eine sofortige medizinische Abklärung ist erforderlich.

In welchen Abständen sollte bei Durchfall Flüssigkeit verabreicht werden?

Flüssigkeit sollte häufig und in kleinen Mengen verabreicht werden, wobei auf die Farbe und Häufigkeit des Urins geachtet werden sollte. Bei Kleinkindern und Säuglingen ist häufiges Stillen oder eine altersgerechte Flüssigkeitszufuhr wichtig.

Kann Covid-19 Durchfall verursachen?

Eine Covid-19-Infektion kann bei einigen Personen zu Durchfall und anderen Beschwerden des Verdauungssystems führen.

Warum tritt Durchfall im Sommer häufiger auf?

Bei heißem Wetter verderben Lebensmittel schneller, die Hygienebedingungen werden schwieriger und das Infektionsrisiko in Gemeinschaftsbereichen steigt; daher tritt Durchfall im Sommer häufiger auf.

Sind durchfallhemmende Medikamente sicher?

Insbesondere bei durch Infektionen verursachtem Durchfall werden diese Medikamente nicht immer empfohlen; die Entscheidung über die Anwendung sollte dem Arzt überlassen werden.

Was tun, wenn der Durchfall anhält?

Bei langanhaltendem (chronischem) Durchfall sollten die zugrunde liegenden Ursachen untersucht und Fachärzte konsultiert werden.

Wie wird Durchfall bei Säuglingen behandelt?

Der wichtigste Ansatz ist die Vermeidung von Flüssigkeitsverlust. Das Stillen sollte fortgesetzt, Anzeichen von Flüssigkeitsverlust sollten beobachtet und gegebenenfalls die vom Arzt empfohlene orale Rehydratationslösung verabreicht werden. Bei blutigem Durchfall, Nahrungsverweigerung oder Erbrechen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Quellen

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO), „Diarrhoe: Wichtige Fakten“, 2023.

  • Centers for Disease Control and Prevention (CDC), "Durchfall: Häufige Erkrankung, globaler Killer", 2022.

  • European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition (ESPGHAN), "Management der akuten Gastroenteritis bei Kindern", 2014.

  • American Academy of Pediatrics (AAP), "Akute Gastroenteritis", 2022.

  • Mayo Clinic, „Durchfall – Symptome und Ursachen“, 2024.

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