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Wissenswertes über Vitamine und Vitamin B12

Dr. Ali IşıklıDr. Ali Işıklı12. Mai 2026
Wissenswertes über Vitamine und Vitamin B12

Was ist Vitamin?

Vitamine sind unverzichtbare Nährstoffe für ein gesundes Leben. Der Begriff "Vitamin", der erstmals 1912 vom polnischen Biochemiker Casimir Funk eingeführt wurde, bedeutet "für das Leben notwendiges Amin". Diese für den menschlichen Körper essenziellen Stoffe werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: fettlösliche und wasserlösliche Vitamine.

Unter den wasserlöslichen Vitaminen fällt besonders die Vitamin-B-Gruppe auf. Diese Gruppe besteht insgesamt aus 8 Vitaminen: Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Niacin (B3), Pantothensäure (B5), Pyridoxin (B6), Biotin (B7), Folsäure (B9) und Cobalamin (B12).

Grundlegende Informationen über Vitamin B12

Vitamin B12, auch als Cobalamin bekannt, ist ein hauptsächlich wasserlösliches Vitamin. Es wird im Körper nur in begrenzter Menge gespeichert; der Großteil befindet sich in der Leber. Etwa 4 Milligramm Vitamin B12 sind im Körper eines gesunden Erwachsenen gespeichert. Aufgrund der begrenzten Speicherkapazität muss B12 regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden.

Vitamin B12 kommt hauptsächlich in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vor. Der menschliche Körper kann dieses Vitamin zwar in geringem Maße auch im Darm synthetisieren, jedoch ist die mit der natürlichen Ernährung aufgenommene Menge für die allgemeine Gesundheit weitaus wichtiger. Außerdem ist Vitamin B12 empfindlich gegenüber hohen Temperaturen und kann beim Kochen teilweise verloren gehen.

Rollen im Körper:

  • Es wirkt zusammen mit Folsäure bei der Bildung roter Blutkörperchen.

  • Es spielt eine Schlüsselrolle bei der DNA-Synthese und der Bildung der Myelinscheide um die Nervenzellen. Myelin beschleunigt die Nervenleitung.

  • Es hilft bei der effektiven Nutzung von Aminosäuren und bestimmten Mineralstoffen (insbesondere Zink und Magnesium).

  • Es spielt auch eine Rolle bei der Rückresorption des im Körper synthetisierten B12.

Welche Symptome kann ein B12-Mangel verursachen?

Ein Vitamin-B12-Mangel kann sich in verschiedenen Organen und Systemen durch unterschiedliche Symptome äußern. Zu den häufigsten Befunden gehören:

  • Blutarmut (Anämie), insbesondere kann sich eine perniziöse Anämie entwickeln. In diesem Fall können Herzklopfen, Schwäche, verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Schwindel auftreten.

  • Rötung und Brennen auf der Zunge, Wunden im Mund, nachts auftretende Muskelkrämpfe in den Beinen und Verdauungsprobleme wie Durchfall können auftreten.

  • Kribbeln, Taubheitsgefühle und nervenbedingte Beschwerden in Händen, Armen, Beinen und Füßen können auftreten. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu einer Verlangsamung der geistigen Funktionen, Gedächtnisproblemen und Aufmerksamkeitsdefiziten kommen.

  • Insbesondere im höheren Alter können neurologische Symptome wie Gedächtnisverlust und Vergesslichkeit in den Vordergrund treten. Da mit zunehmendem Alter die Aufnahme und Speicherung von B12 im Körper abnehmen kann, sollten ältere Menschen diesbezüglich besonders sorgfältig überwacht werden.

  • Einige Studien haben gezeigt, dass ein B12-Mangel auch an der Entwicklung von Depressionen beteiligt sein kann.

  • Länger andauernder B12-Mangel kann die Neubildung von Zellen einschränken und zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels führen.

  • Haarausfall kann gelegentlich bei B12-Mangel auftreten. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass genetische Faktoren unter den Hauptursachen für Haarausfall eine größere Rolle spielen.

In welchen Lebensmitteln ist B12 enthalten?

Vitamin B12 ist überwiegend in Lebensmitteln tierischen Ursprungs enthalten. Bei gesunden Menschen liegt der B12-Spiegel im Blut bei etwa 150 pg/ml, und bei Werten unter 80 pg/ml spricht man von einem Mangel. Die empfohlene Tagesdosis beträgt durchschnittlich 2,4 Mikrogramm.

Lebensmittel, die reich an B12 sind, sind:

  • Innereien wie Leber und Milz

  • Schalentiere wie Muscheln, Austern und Garnelen

  • Fische wie Forelle, Thunfisch und Makrele

  • Milch, Joghurt, Käse und andere Milchprodukte

  • Eier

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Häufige Ursachen für B12-Mangel

  • Aufnahmestörungen (z. B. Magen- oder Darmerkrankungen, nach verschiedenen Operationen)

  • Längere Zeit unzureichende und unausgewogene Ernährung, insbesondere bei Vegetariern oder Veganern

  • Längerfristige Einnahme bestimmter Medikamente wie Omeprazol oder Metformin

  • Mit zunehmendem Alter abnehmende Magensäureproduktion

Gesundheitsprobleme, die durch B12-Mangel entstehen können

  • Perniziöse Anämie: Das Immunsystem kann die Magenzellen angreifen und die Aufnahme von B12 verhindern.

  • Zusätzlich kann eine durch Folsäuremangel bedingte Anämie zusammen mit B12-Mangel auftreten und die Produktion roter Blutkörperchen verringern.

  • Das Nervensystem kann betroffen sein, was zu Kribbeln, Taubheit und Gleichgewichtsstörungen führen kann.

  • Längerfristiger B12-Mangel kann ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

  • Er kann die Knochengesundheit beeinträchtigen und Osteoporose sowie Knochenbrüche begünstigen.

Wie kann B12-Mangel verhindert und behandelt werden?

Wenn ein B12-Mangel festgestellt wird, sollte zunächst die Ursache ermittelt werden. Der Mangel kann durch unzureichende Aufnahme (z. B. bei Personen, die keine tierischen Lebensmittel konsumieren), Aufnahmestörungen (Magen- oder Darmerkrankungen, chirurgische Eingriffe) oder bestimmte Medikamente entstehen.

Liegt der Mangel an einer unzureichenden Aufnahme, wird empfohlen, B12-reiche Lebensmittel in die Ernährung aufzunehmen und gegebenenfalls orale Nahrungsergänzungsmittel (Tabletten oder Sublingualtabletten) einzunehmen. Bei Aufnahmestörungen sind solche Nahrungsergänzungsmittel jedoch nicht ausreichend; in diesem Fall wird Vitamin B12 per Injektion verabreicht.

Der wirksamste Weg, einem Vitamin-B12-Mangel vorzubeugen, ist der regelmäßige und ausgewogene Verzehr von B12-haltigen Lebensmitteln. Besonders Risikogruppen (Vegetarier, ältere Menschen, Personen nach Magen-Darm-Operationen) sollten unter ärztlicher Kontrolle Ergänzungsmöglichkeiten in Betracht ziehen.

Häufig gestellte Fragen

1. Woran erkennt man einen Vitamin-B12-Mangel?

B12-Mangel wird meist durch Symptome wie Schwäche, Vergesslichkeit, Blutarmut und Taubheitsgefühle in Händen und Füßen bemerkt. Bei manchen Menschen können auch Verdauungsprobleme, Zungenempfindlichkeit und Störungen des Nervensystems auftreten. Für eine sichere Diagnose ist ein Bluttest erforderlich.

2. Wer ist gefährdet für einen B12-Mangel?

Veganer und Vegetarier, die keine tierischen Lebensmittel konsumieren, Personen nach Magen-Darm-Operationen, Menschen über 65 Jahre und Personen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen sind stärker gefährdet.

3. Ist ein Überschuss an Vitamin B12 schädlich?

Da Vitamin B12 wasserlöslich ist, wird ein Überschuss in der Regel über den Urin ausgeschieden und das Risiko toxischer Wirkungen ist gering. Eine dauerhafte Einnahme hoher Dosen sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

4. Kann B12-Mangel Haarausfall verursachen?

B12-Mangel kann bei manchen Menschen Haarausfall auslösen. Die Hauptursache für Haarausfall sind jedoch meist genetische und hormonelle Faktoren.

5. Wie sollte eine B12-Ergänzung eingenommen werden?

Bei festgestelltem Mangel kann Ihr Arzt eine orale Tablette, eine Sublingualtablette oder eine Injektion als B12-Ergänzung empfehlen. Die geeignete Dosierung und Behandlungsform richtet sich nach der Ursache des Mangels.

6. In welchen Lebensmitteln ist B12 enthalten?

Zu den wichtigsten Quellen gehören Leber, rotes Fleisch, Schalentiere, Fisch, Milch, Joghurt und Eier.

7. Wie können sich Veganer vor B12-Mangel schützen?

Mit pflanzlicher Ernährung ist eine ausreichende B12-Aufnahme nicht möglich. Daher wird vegan lebenden Personen empfohlen, regelmäßig B12-Präparate einzunehmen und sich ärztlich kontrollieren zu lassen.

8. Führt B12-Mangel zu Depressionen?

Einige Studien zeigen, dass ein B12-Mangel mit psychischen Symptomen wie Depressionen und einer Abnahme der kognitiven Funktionen in Zusammenhang stehen kann.

9. Warum ist Vitamin B12 in der Schwangerschaft wichtig?

Eine ausreichende B12-Zufuhr während der Schwangerschaft ist für die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems des Babys entscheidend. Ein Mangel kann das Risiko für angeborene Anomalien erhöhen.

10. Was passiert, wenn ein B12-Mangel nicht behandelt wird?

Wird ein langfristiger B12-Mangel nicht behandelt, können neurologische Schäden dauerhaft werden, Blutarmut und Störungen der Knochengesundheit auftreten. Daher sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig.

11. Ist eine Nahrungsergänzung für jeden notwendig?

Bei gesunden und ausgewogen ernährten Personen ist eine zusätzliche Nahrungsergänzung in der Regel nicht erforderlich. Bei Risikogruppen sollte jedoch auf ärztlichen Rat hin damit begonnen werden.

12. Schützt Vitamin B12 vor Krebs?

Die derzeitigen wissenschaftlichen Daten zeigen keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Einnahme von B12-Präparaten und der Vorbeugung von Krebs. Es gibt auch keine Belege dafür, dass eine über den Bedarf hinausgehende Ergänzung das Krebsrisiko senkt.

Quellen

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO). Vitamin- und Mineralstoffbedarf in der menschlichen Ernährung (Bericht).

  • Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC). Informationsblatt zu Vitamin B12.

  • Die Nationalen Gesundheitsinstitute (NIH) – Amt für Nahrungsergänzungsmittel. Vitamin B12: Informationsblatt für Fachkräfte im Gesundheitswesen.

  • Amerikanische Gesellschaft für Hämatologie. Perniziöse Anämie.

  • Britische Diätetische Vereinigung (BDA). Vitamin B12 — Informationsblatt zu Lebensmitteln.

  • MedlinePlus. Vitamin-B12-Mangel.

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