Herz- und Gefäßgesundheit

Was ist ein Herzinfarkt? Symptome, Ursachen und moderne Behandlungsansätze

AutorAutor10. Mai 2026
Was ist ein Herzinfarkt? Symptome, Ursachen und moderne Behandlungsansätze

Was sind die Symptome und Ursachen eines Herzinfarkts? Was sind die aktuellen Therapieansätze?

Ein Herzinfarkt ist ein Zustand, der durch einen lebensbedrohlichen Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen im Herzmuskel entsteht und eine sofortige medizinische Intervention erfordert. Medizinisch als Myokardinfarkt bezeichnet, tritt er meist aufgrund eines plötzlichen Verschlusses der Herzkranzgefäße auf, die das Herz versorgen. Diese Verstopfung entsteht durch das Aufbrechen von Plaques, die aus Fett, Cholesterin und anderen Substanzen an den Gefäßwänden bestehen, oder durch ein Blutgerinnsel, das das Gefäß ganz oder teilweise verschließt. Durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann der Schaden am Herzen minimiert werden.

Definition und Hauptursachen des Herzinfarkts

Ein Herzinfarkt ist durch eine Schädigung des Herzgewebes gekennzeichnet, die auftritt, wenn der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels nicht gedeckt werden kann. Dies ist meist die Folge einer Verengung oder eines plötzlichen Verschlusses der Koronararterien. Plaques, die sich an den Gefäßwänden ansammeln, können das Gefäß im Laufe der Zeit verengen und bei einem Riss durch zusätzliche Blutgerinnsel den Blutfluss zum Herzmuskel abrupt unterbrechen. Wird diese Verstopfung nicht schnell beseitigt, kann der Herzmuskel irreversibel geschädigt werden und es kann zu einer Abnahme der Pumpleistung des Herzens, also zu Herzinsuffizienz, kommen. Der Herzinfarkt bleibt weltweit eine der führenden Todesursachen. In vielen Ländern verursacht der Herzinfarkt weitaus mehr Todesfälle als Verkehrsunfälle.

Was sind die häufigsten Symptome eines Herzinfarkts?

Die Symptome eines Herzinfarkts können von Person zu Person variieren und auch unspezifisch sein. Die häufigsten Symptome sind:

  • Brustschmerzen oder -beschwerden: Druck, Engegefühl, Brennen oder Schweregefühl in der Mitte der Brust; manchmal Ausstrahlung in den linken Arm, Hals, Kiefer, Rücken oder Bauch.

  • Atemnot: Kann zusammen mit Brustschmerzen oder auch allein auftreten.

  • Schwitzen: Besonders kaltes und starkes Schwitzen ist typisch.

  • Schwäche und Müdigkeit: Zunehmende Erschöpfung in den Tagen vor dem Infarkt, insbesondere bei Frauen häufiger.

  • Schwindel oder Benommenheit

  • Übelkeit, Erbrechen oder Verdauungsstörungen

  • Herzrasen, das nicht mit Aktivität zusammenhängt und nicht verschwindet

  • Beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag

  • Schmerzen im Rücken, in der Schulter oder im Oberbauch, insbesondere bei Frauen häufiger.

  • Unerklärlicher Husten oder Atemnot

  • Schwellungen an Beinen, Füßen oder Knöcheln (häufiger in fortgeschrittenen Stadien) Diese Symptome können manchmal mild, manchmal auch sehr stark ausgeprägt sein. Besonders wenn Brustschmerzen und Atemnot länger als ein paar Minuten anhalten oder wiederkehren, sollte unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Symptome des Herzinfarkts in verschiedenen Gruppen

Bei Frauen und jungen Menschen kann ein Herzinfarkt manchmal auch ohne die klassischen Brustschmerzen auftreten. Bei Frauen stehen insbesondere Schwäche, Rückenschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen und Angst als atypische Symptome im Vordergrund. Bei älteren Menschen oder Diabetikern kann das Schmerzempfinden abgeschwächt sein; stattdessen können plötzliche Schwäche oder Atemnot als erstes Symptom auftreten.

Beschwerden wie Brustunwohlsein, Herzrasen, kaltes Schwitzen und plötzliches Erwachen während der Nacht oder im Schlaf können ebenfalls auf einen schlafbezogenen Herzinfarkt hinweisen.

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Was sind die wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt?

Bei der Entstehung eines Herzinfarkts spielen viele Risikofaktoren eine Rolle, die meist gemeinsam auftreten. Die häufigsten Risikofaktoren sind:

  • Rauchen und Konsum von Tabakprodukten

  • Hoher Cholesterinspiegel (insbesondere Anstieg des LDL-Cholesterins)

  • Bluthochdruck (Hypertonie)

  • Diabetes (Zuckerkrankheit)

  • Fettleibigkeit und Bewegungsmangel

  • Ungesunde Ernährung (reich an gesättigten und Transfetten, arm an Ballaststoffen)

  • Familiäre Vorbelastung mit Herzerkrankungen in jungen Jahren

  • Stress und chronische psychische Belastung

  • Zunehmendes Alter (das Risiko steigt mit dem Alter)

  • Männliches Geschlecht (aber auch bei Frauen nach der Menopause steigt das Risiko) Einige Laborbefunde (wie C-reaktives Protein, Homocystein) können ebenfalls auf ein erhöhtes Risiko hinweisen. In der modernen Medizin tragen bei Menschen mit Adipositas bestimmte chirurgische und interventionelle Methoden in Kombination mit Lebensstiländerungen zur Risikoreduktion bei.

Wie wird die Diagnose eines Herzinfarkts gestellt?

Der wichtigste Schritt bei der Diagnose eines Herzinfarkts ist die Beobachtung der Beschwerden und des klinischen Bildes des Patienten. Anschließend werden folgende grundlegende Tests durchgeführt:

  • Elektrokardiographie (EKG): Zeigt Veränderungen der elektrischen Aktivität des Herzens während des Infarkts.

  • Blutuntersuchungen: Besonders der Anstieg von Enzymen und Proteinen wie Troponin, die aus dem Herzmuskel freigesetzt werden, unterstützt die Diagnose.

  • Echokardiographie: Beurteilt die Kontraktionskraft des Herzmuskels und Bewegungsstörungen.

  • Bei Bedarf können auch Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie als zusätzliche Untersuchungen eingesetzt werden.

  • Koronarangiographie: Wird zur sicheren Diagnose und gleichzeitigen Behandlung von Gefäßverschlüssen und -verengungen durchgeführt. Während des Eingriffs kann das Gefäß bei Bedarf mit Ballonangioplastie oder Stent geöffnet werden.

Erste Maßnahmen bei einem Herzinfarkt

Für eine Person, die Symptome eines Herzinfarkts verspürt, ist Zeit von entscheidender Bedeutung. Die wichtigsten Schritte, die in diesem Fall zu befolgen sind:

  • Sofort den Rettungsdienst rufen (Notaufnahme oder Krankenwagen alarmieren)

  • Die Person sollte sich in eine ruhige Position setzen und sich möglichst wenig bewegen

  • Wenn sie allein ist, sollte sie die Tür offen lassen oder um Hilfe aus der Umgebung bitten

  • Wenn vom Arzt zuvor empfohlen, können schützende Medikamente wie Nitroglyzerin eingenommen werden

  • Bis zum Eintreffen des medizinischen Teams sollte professionelle Hilfe abgewartet und unnötige Anstrengung und Panik vermieden werden. Eine schnelle und angemessene Intervention im Notfall minimiert den Schaden am Herzmuskel und erhöht die Überlebenschancen.

Aktuelle Ansätze in der Behandlung des Herzinfarkts

In der modernen medizinischen Praxis wird die Behandlung des Herzinfarkts je nach Art, Schweregrad und bestehenden Risikofaktoren des Patienten geplant. Die Behandlung umfasst in der Regel folgende Schritte:

  • Sofortiger Beginn einer gefäßerweiternden und blutverdünnenden medikamentösen Therapie

  • In der Frühphase ist ein koronarer Eingriff (Angioplastie, Stentimplantation) meist die erste Wahl

  • Falls erforderlich, können durch Bypass-Operationen verschlossene Gefäße durch gesunde Gefäße ersetzt werden

  • Nachdem das lebensbedrohliche Risiko beseitigt ist, werden lebensstilunterstützende Maßnahmen, regelmäßige Medikamenteneinnahme und das Management der Risikofaktoren umgesetzt

  • Rauchstopp, gesunde und ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Stressmanagement sowie Kontrolle von Diabetes und Bluthochdruck sind grundlegende Maßnahmen. Während des gesamten Behandlungsprozesses ist es sehr wichtig, dass die Patienten die Empfehlungen von Kardiologen und Herzchirurgen genau befolgen und regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen.

Was kann zum Schutz vor einem Herzinfarkt getan werden?

Das Risiko eines Herzinfarkts kann in vielen Fällen durch Lebensstiländerungen erheblich reduziert werden:

  • Vollständiger Verzicht auf Tabak und Tabakprodukte

  • Eine Ernährung mit niedrigem Cholesterinspiegel, reich an Gemüse und Ballaststoffen, mit begrenztem Gehalt an gesättigten Fetten und verarbeiteten Lebensmitteln

  • Regelmäßige Bewegung; empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche

  • Bluthochdruck und Blutzucker unter Kontrolle halten; falls erforderlich, kontinuierliche medikamentöse Therapie fortsetzen

  • Bei Übergewicht oder Adipositas professionelle Unterstützung zur Erreichung eines gesunden Körpergewichts in Anspruch nehmen

  • Stressmanagement erlernen und psychologische Unterstützungssysteme nutzen. Die Beachtung dieser Maßnahmen trägt weltweit zur Verringerung der durch Herzerkrankungen bedingten Todesfälle bei.

Häufig gestellte Fragen

In welchem Alter tritt ein Herzinfarkt häufiger auf?

Das Risiko eines Herzinfarkts steigt mit zunehmendem Alter. Aufgrund genetischer Faktoren, Diabetes, Tabakkonsum und Lebensstil kann er jedoch auch bei jungen Erwachsenen auftreten.

Ist es möglich, einen Herzinfarkt ohne Brustschmerzen zu erleiden?

Ja. Besonders bei Frauen, Diabetikern und älteren Menschen kann ein Herzinfarkt auch ohne Brustschmerzen auftreten. Auf atypische Symptome wie Schwäche, Atemnot, Übelkeit oder Rückenschmerzen sollte geachtet werden.

Kann ein Herzinfarkt auch nachts oder im Schlaf auftreten?

Ja, Herzinfarkte können auch im Schlaf oder in den frühen Morgenstunden auftreten. Personen, die plötzlich mit Brustschmerzen, Herzklopfen oder Benommenheit aus dem Schlaf erwachen, sollten unverzüglich eine medizinische Abklärung aufsuchen.

Unterscheiden sich die Symptome eines Herzinfarkts bei Frauen von denen bei Männern?

Bei Frauen können anstelle der klassischen Brustschmerzen auch Beschwerden wie Schwäche, Schmerzen im Rücken und Bauch, Atemnot oder Übelkeit auftreten.

Welche Zustände können mit einem Herzinfarkt verwechselt werden?

Erkrankungen des Magens, Panikattacken, Schmerzen des Muskel-Skelett-Systems, Reflux und Lungenentzündung können ähnliche Symptome wie ein Herzinfarkt verursachen. Im Zweifelsfall sollte immer eine medizinische Abklärung erfolgen.

Sollte man während eines Herzinfarkts Aspirin einnehmen?

Wenn Ihr Arzt es empfohlen hat und keine Allergie besteht, kann das Kauen von Aspirin bis zum Eintreffen des Notdienstes in manchen Fällen hilfreich sein. In jedem Fall sollte jedoch die medizinische Hilfe Priorität haben.

Ist eine vollständige Genesung nach einem Herzinfarkt möglich?

Ein großer Teil der Patienten, die frühzeitig behandelt werden, kann mit geeigneter Therapie und Lebensstiländerungen ein gesundes Leben führen. In manchen Fällen kann jedoch ein dauerhafter Funktionsverlust des Herzens auftreten.

Was sind die Ursachen für Herzinfarkte bei jungen Menschen?

Bei jungen Menschen können Rauchen, hoher Cholesterinspiegel, Fettleibigkeit, Bewegungsmangel und einige angeborene Gefäßanomalien zu einem Herzinfarkt führen.

Worauf sollte bei der Ernährung zur Vorbeugung eines Herzinfarkts geachtet werden?

Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Fisch und gesunde Fette sollten bevorzugt werden; der Verzehr von gesättigten und Transfettsäuren, Salz und Zucker sollte eingeschränkt werden.

Wann kann nach einem Herzinfarkt mit dem Training begonnen werden?

Das Trainingsprogramm nach einem Herzinfarkt sollte unbedingt unter ärztlicher Aufsicht und nach individueller Risikobewertung begonnen werden.

Wie lange bleibt eine Person nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus?

Diese Dauer variiert je nach Schwere des Infarkts und den durchgeführten Behandlungen. In der Regel beträgt der Krankenhausaufenthalt einige Tage bis zu einer Woche.

Was sollte ich tun, wenn es in der Familie Herzkrankheiten gibt?

Die Familienanamnese ist ein wichtiger Risikofaktor. Nicht rauchen, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und gegebenenfalls regelmäßige Herzuntersuchungen sind empfehlenswert.

Kann Stress einen Herzinfarkt auslösen?

Lang anhaltender Stress kann das Risiko für einen Herzinfarkt indirekt erhöhen. Es ist hilfreich, Stress möglichst zu vermeiden oder wirksame Bewältigungsstrategien anzuwenden.

Quellen

  • Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO): Cardiovascular diseases (CVDs) Fact Sheet.

  • Amerikanische Herzgesellschaft (American Heart Association, AHA): Heart Attack Symptoms, Risk, and Recovery.

  • Europäische Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC): Guidelines for the management of acute myocardial infarction.

  • US Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Heart Disease Facts.

  • New England Journal of Medicine, The Lancet, Circulation (Peer-Reviewte medizinische Fachzeitschriften).

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