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Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Dr. Mehmet GülekDr. Mehmet Gülek14. Mai 2026
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Magengeschwüre und Zwölffingerdarmgeschwüre (Duodenum) sind Gewebeverluste an der Innenfläche dieser Organe, die durch die Wirkung von Magensäure und Verdauungsenzymen entstehen. In diesem Zustand können Säure und Verdauungssäfte in die Tiefe des Gewebes eindringen und zu Wunden und Entzündungen führen. Geschwüre sind weltweit häufig anzutreffende Erkrankungen des Verdauungssystems, die zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen können.

Was sind die Ursachen eines Geschwürs?

Die häufigste Ursache für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre ist eine bakterielle Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die regelmäßige Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), insbesondere Aspirin und verschiedene Rheumamittel über einen längeren Zeitraum. Genetische Veranlagung, chronischer Stress, kortisonähnliche Medikamente, Tabakkonsum, Alkoholgewohnheiten, übermäßiger Koffeinkonsum (zum Beispiel Kaffee) und Umweltfaktoren können ebenfalls zur Entstehung von Geschwüren beitragen. Die Wirkung dieser Faktoren kann jedoch von Person zu Person unterschiedlich sein.

In welchem Alter und bei wem treten Geschwüre häufig auf?

Geschwüre können in jedem Alter auftreten, jedoch werden Zwölffingerdarmgeschwüre am häufigsten im Alter zwischen 30 und 50 Jahren und häufiger bei Männern beobachtet. Im Gegensatz dazu treten Magengeschwüre häufiger im höheren Alter auf, insbesondere bei Frauen über 60 Jahren. Verschiedenen Studien zufolge liegt der Anteil der Personen mit einer Geschwürdiagnose in der Bevölkerung zu einem beliebigen Zeitpunkt zwischen 2 % und 6 %. Zwölffingerdarmgeschwüre sind häufiger als Magengeschwüre.

Was sind die Symptome eines Geschwürs?

Das wichtigste Symptom von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist meist ein brennender oder nagender Schmerz im Oberbauch. Dieser Schmerz verstärkt sich in der Regel bei Hunger, kann zwischen den Mahlzeiten oder nachts auftreten und so stark sein, dass er den Patienten aus dem Schlaf weckt. Nach dem Essen oder nach Einnahme von Antazida kann der Schmerz nachlassen. Seltener treten bei Betroffenen auch Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust auf. Besonders typisch für ein Geschwür ist, dass der Schmerz nach dem Erbrechen nachlässt. In bestimmten Zeiträumen (zum Beispiel im Frühling und Herbst) kann es zu einer Zunahme der Beschwerden kommen.

Was sind die schwerwiegenden Folgen eines Geschwürs?

Blutung: Die häufigste Ursache für Blutungen im oberen Verdauungstrakt sind Geschwüre. Die Blutung kann manchmal das erste Symptom bei Personen ohne vorherige Geschwürdiagnose sein. Dunkelbrauner oder schwarzer (teerfarbener) Stuhlgang oder Erbrechen von "Kaffeesatz" gelten als wichtige Warnzeichen. Auch bei plötzlicher Schwäche oder kaltem Schweiß sollte an eine Blutung gedacht werden. Bei diesen Symptomen sollte unverzüglich eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden.

Perforation (Durchbruch): Wenn das Geschwür tiefer wird und die Magen- oder Duodenalwand vollständig durchdringt, gelangen Magensäure und Verdauungsenzyme in die Bauchhöhle und verursachen plötzliche und starke Bauchschmerzen. Die Bauchmuskulatur verhärtet sich und die Person hat Schwierigkeiten, sich zu bewegen. Dies ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der eine sofortige chirurgische Behandlung erfordert.

Verengung: Besonders im Bereich des Pylorus, dem Ausgang des Magens oder Zwölffingerdarms, kann es durch schwere Geschwüre, Gewebeschwellung oder langanhaltende Narbenbildung zu einer Verengung oder sogar zu einem Verschluss kommen. In diesem Fall können Speisen und Flüssigkeiten den Magen nicht verlassen, der Patient erbricht häufig und in großen Mengen. Es kann zu Mangelernährung und schnellem Gewichtsverlust kommen. In solchen Fällen sind eine schnelle Diagnose und chirurgische Behandlung erforderlich.

Welche Methoden werden zur Diagnose eines Geschwürs verwendet?

Für die Diagnose bei Verdacht auf ein Geschwür sind eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung wichtig. Allerdings liefern die körperliche Untersuchung oder der Ultraschall in der Regel keine spezifischen Befunde für ein Geschwür. In der Praxis wird häufig empfohlen, Medikamente zur Reduktion der Magensäure auszuprobieren und zu beobachten, ob sich die Beschwerden bessern. Die endgültige Diagnose wird jedoch durch eine obere Verdauungstraktendoskopie (Ösophagogastroduodenoskopie) gestellt. Bei der Endoskopie werden Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm direkt betrachtet und bei Bedarf Biopsien aus verdächtigen Bereichen entnommen. Auch eine Röntgenaufnahme mit Barium von Magen und Duodenum kann durchgeführt werden, heutzutage wird jedoch die Endoskopie häufiger bevorzugt.

Welche Methoden sind bei der Behandlung von Geschwüren wirksam?

Medikamentöse Behandlung:

Die wichtigste Option der modernen Therapie sind Medikamente, die die Produktion von Magensäure hemmen, sogenannte Protonenpumpenhemmer (Omeprazol, Lansoprazol usw.) und H2-Rezeptorblocker (wie Ranitidin, Famotidin, Nizatidin). Diese Medikamente fördern die Heilung des Geschwürs und lindern die Beschwerden. Wird eine Helicobacter pylori-Infektion festgestellt, ist die Eradikation dieses Bakteriums mit geeigneten Antibiotika ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Dauer und Kombination der Therapie hängen von Ort, Größe des Geschwürs und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab.

Chirurgischer Eingriff:

Viele Geschwüre heilen erfolgreich mit medikamentöser Behandlung. Bei Komplikationen wie Blutung, Durchbruch oder Verengung oder wenn das Geschwür trotz medikamentöser Therapie nicht abheilt, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.

Ernährung und Lebensstil:

Früher wurde Patienten mit Geschwüren eine strenge Diät empfohlen; heute ist bekannt, dass eine spezielle Diät keinen direkten Beitrag zur Heilung leistet. Es reicht in der Regel aus, auf Lebensmittel zu achten, die die Beschwerden verstärken, und diese zu meiden. Außerdem wird empfohlen, das Rauchen aufzugeben, da es die Heilung des Geschwürs verzögert. Auch der Verzicht auf Alkohol und unnötige Medikamente (insbesondere Aspirin und NSAR) ist für die Behandlung des Geschwürs wichtig.

Die Reduktion von Stressfaktoren, eine regelmäßige und gesunde Ernährung sowie ausreichender Schlaf tragen ebenfalls positiv zum Heilungsprozess des Geschwürs bei.

Zusammenhang zwischen Helicobacter pylori und Geschwür

Helicobacter pylori ist die Hauptursache für viele Geschwüre. Die Prävalenz dieses Bakteriums ist bei Zwölffingerdarmgeschwüren sehr hoch. Allerdings entwickeln nicht alle Menschen mit diesem Bakterium ein Geschwür; daher wird angenommen, dass auch genetische und Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Helicobacter pylori kann neben Geschwüren auch chronische Gastritis verursachen, und einige Studien zeigen, dass dieses Bakterium das Risiko für Magenkrebs leicht erhöhen kann.

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Häufig gestellte Fragen

1. Heilt ein Geschwür vollständig aus?

Die meisten Geschwüre können mit der richtigen medikamentösen Behandlung und, falls eine bakterielle Infektion vorliegt, mit geeigneten Antibiotika vollständig ausheilen. Es ist jedoch wichtig, auf das Risiko eines Rückfalls zu achten.

2. Wie wird Helicobacter pylori übertragen?

Dieses Bakterium kann in der Regel leicht von Mensch zu Mensch, über den Mund oder in unhygienischen Umgebungen übertragen werden.

3. Worauf sollte geachtet werden, damit das Geschwür nicht wiederkehrt?

Auch nach abgeschlossener Behandlung sollten Rauchen, unnötige Schmerzmittel und Alkoholkonsum vermieden und auf eine gesunde Ernährung sowie Hygiene geachtet werden.

4. Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Behandlung von Geschwüren?

Obwohl keine spezielle Geschwürdiät empfohlen wird, ist es ratsam, Lebensmittel zu meiden, die Beschwerden verursachen.

5. Ist eine Geschwürblutung lebensbedrohlich?

Schwere Blutungen können lebensbedrohlich sein. Bei schwarzem Stuhl oder braunem Erbrechen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

6. Welche Medikamente lösen Geschwüre aus?

Aspirin, Ibuprofen und andere NSAR-Schmerzmittel erhöhen bei längerer Anwendung das Risiko für Geschwüre.

7. Verursacht Stress Geschwüre?

Stress ist allein keine Ursache für Geschwüre; er kann jedoch durch eine Erhöhung der Magensäure oder eine Schwächung des Immunsystems die Entstehung eines Geschwürs begünstigen.

8. Was ist das auffälligste Symptom eines Geschwürs?

Meist handelt es sich um einen brennenden oder nagenden Schmerz im Oberbauch, insbesondere bei leerem Magen.

9. Wird Helicobacter pylori immer behandelt, wenn es nachgewiesen wird?

Bei Patienten mit aktivem Geschwür oder chronischer Gastritis wird eine Behandlung empfohlen.

10. Gibt es Geschwüre auch bei Kindern?

Ja, auch wenn es selten ist, können Geschwüre bei Kindern auftreten. Bei entsprechenden Symptomen sollte unbedingt ein pädiatrischer Gastroenterologe aufgesucht werden.

11. Ist die Endoskopie ein schwieriger Eingriff?

Die Endoskopie ist in der Regel ein kurzer, gut verträglicher Eingriff, der meist durch Beruhigungsmittel komfortabel gestaltet werden kann.

12. Muss man nach der Behandlung eines Geschwürs lebenslang Medikamente einnehmen?

Die meisten Patienten benötigen nach Abschluss der Behandlung keine Medikamente mehr. Wenn jedoch Risikofaktoren (z. B. NSAR-Einnahme) bestehen bleiben, kann eine langfristige Behandlung nach ärztlicher Empfehlung erforderlich sein.

Quellen

Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Informationsblatt zu peptischen Geschwüren

American College of Gastroenterology – Leitlinien zur Diagnose und Behandlung der peptischen Ulkuskrankheit und H. pylori-Infektion

Mayo Clinic – Peptische Ulkuskrankheit

National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) – Definition & Fakten zu peptischen Ulzera

Global Helicobacter pylori Study Group – H. pylori und Magenkrankheiten

American Gastroenterological Association – Ressourcen zur Patientenversorgung bei Ulkuskrankheiten

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